über uns



* * * INFO * * *

Aktuell/Upcoming

29.8.2016

18.00–22.00
Barbara Weber und Haiko Pfost
THE MAKING OF SUCCESS
Welcome/Warm up
Pavillon, Zürcher Theater Spektakel, Landiwiese, Zürich

30.8.2016

18.00–22.00
Barbara Weber und Haiko Pfost
THE MAKING OF SUCCESS
Live-Performance: Berardino (11 Jahre) und Richard Debrot (Management-Berater, Präsident European Business Club Switzerland)
Pavillon, Zürcher Theater Spektakel, Landiwiese, Zürich

31.8.2016

18.00–22.00
Barbara Weber und Haiko Pfost
THE MAKING OF SUCCESS
Live-Performance: Sylvester (10 Jahre) und Moritz Zumbühl (Unternehmer, Investor)
Pavillon, Zürcher Theater Spektakel, Landiwiese, Zürich

1.9.2016

12.00–18.00
Georg Keller, Michael Bieler und Mirjam Varadinis
High/Low Energy
Performance
Michael Bielers Raum für Musik, Meditation und Energiearbeit, Hirschengraben 18, 8001 Zürich
Anmeldung unter gku@georgkeller.org oder 076 504 73 03

18.00–22.00
Barbara Weber und Haiko Pfost
THE MAKING OF SUCCESS
Live-Performance: Paula (11 Jahre) und Karin Müller (Kommunikationsberaterin, Karriereplanerin)
Pavillon, Zürcher Theater Spektakel, Landiwiese, Zürich

2.9.2016

18.00–22.00
Barbara Weber und Haiko Pfost
THE MAKING OF SUCCESS
Live-Performance: Jorin (10 Jahre) und Claude Keller (Coach, Consultant)
Pavillon, Zürcher Theater Spektakel, Landiwiese, Zürich

3.9.2016

11.00
Annette Carle und Karin Heberlein (Pixibar)
Ganz Ohr im 4i Tram
Geführte Rundfahrt ab Tiefenbrunnen, Sprachen: DE und EN, Eigene Kopfhörer und Smartphone notwendig

18.00–18.00 / 18.00–22.09
Barbara Weber und Haiko Pfost
THE MAKING OF SUCCESS
Live-Performances: Carlotta (10 Jahre) und Daniela Thomas (Mindfuck-Trainerin, Talentcoach) / Elif (12 Jahre) und Daniela Thomas (Mindfuck-Trainerin, Talentcoach)
Pavillon, Zürcher Theater Spektakel, Landiwiese, Zürich

Durchgehend/Ongoing

Martin Schick, Agustina Struengmann und Marisa König Beatty
HNC / agency for the new contemporary
Buchen Sie eine Performance/Order a performance:
www.hnc.agency

Kunst im öffentlichen Raum (KiöR), Stadt Zürich
Gasträume 2016
Kostenlose Führungen/Free Tours, Anmeldung/Registration: https://www.stadt-zuerich.ch/gastraeume-fuehrungen


Coalmine Winterthur

Wannabe – Romain Mader und Jenny Rova
In die Haut eines anderen schlüpfen, besser dastehen, über sich hinauswachsen: Wer träumt nicht gelegentlich davon? „Wannabe” führt mit Romain Mader und Jenny Rova zwei in Zürich ansässige Kunstschaffende zusammen, die aus realen Fotografien fiktionale Erzählstränge knüpfen. In fragwürdige Zusammenhänge gerückt, erheben ihre Werke vordergründig einen Wahrheitsanspruch. Mal subtil, mal offensichtlich inszeniert, verstehen sie sich als augenzwinkernde Kritik an den Konventionen des Dokumentarischen, aber auch an der Zurschaustellung und Fiktionalisierung des virtuellen Selbst in den sozialen Medien. Welche Dynamiken diese Kommunikationsräume beherrschen, untersuchen Mader und Rova in experimentellen, teils waghalsigen Selbstversuchen.

(Eine Ausstellung im Forum für Dokumentarfotografie, kuratiert von Sascha Renner).

Dorade Royale – Conradin Frei
Conradin Freis Fotografien stammen aus dem Jetzt, zeigen uns aber ein Europa in der Abenddämmerung und bieten einen letzten Blick auf jenen Traum der großen Ferien, der in den 1960er und 1970er Jahren in Westeuropa für alle greifbar wurde, als der „Süden” zum Sehnsuchtsort der Masse wurde, die von singenden Caprifischern und dem Freiheitsversprechen der Vespa träumten. (…) Diesem eigenartigen Nebeneinander von Natur und Kulisse, visueller Überreizung und ländlicher Beschaulichkeit spürt Conradin Frei seit einigen Jahren nach. (…) Solche Bilder werden entlang der europäischen Küsten immer noch feilgeboten, doch ihr Reiz liegt, wenn irgendwo, bereits im Nostalgischen. Diesen Moment fangen Freis Bilder mustergültig ein.

(Eine Ausstellung im Raum für zeitgenössische Fotografie, kuratiert von Alexandra Blättler, Text von Martin Jaeggi (Auszüge)).

The Heavens. Annual Report. Paolo Woods und Gabriele Galimberti
Das Fotoprojekt fokussiert auf das hochaktuelle Thema von Offshore-Geschäften und globaler Steuerhinterziehung. Für ihre fotografische Recherche spürten Woods und Galimberti den Offshore Geschäften von Firmen wie Coca-Cola, Apple, Microsoft, VW, Ikea, Credit Suisse oder Starbucks nach, die ihre Unternehmensgewinne – geschätzte 320 Milliarden Dollars jährlich! – über anonyme Briefkastenfirmen in Steueroasen wie den British Virgin Islands, den Cayman-Islands, Delaware oder Luxemburg an nationalen Steuerbehörden vorbeischleusen. In dem nun vorliegenden „Annual Report”, der genau genommen über drei Jahre hinweg entstanden ist, setzen sie auf Dokumentarfotografie und metaphorische Bilder.

(Eine Ausstellung in der Coalmine Galerie für Dokumentarfotografie, kuratiert von Katri Burri)

„Wannabe” brings together two Zurich-based artists, Romain Mader and Jenny Rova, who weave together fictitious narratives from real photographs. Conradin Frei’s photographs offer a final look back at the dream of far-flung holidays, which came true for many Western Europeans in the 1960s and 1970s and „The Heavens” focusses on the highly topical issue of offshore businesses and global tax evasion.


Counter Space

Hinter den Beiträgen der bei der Manifesta 11 vertretenen KünstlerInnen stehen Ideengebäude, die es anzuzapfen gilt. Eine „Event Map“ wird diesen Unterbau illustrieren, ebenso wie prozessuale Etappen der Biennale. Sourcing Manifesta sucht nach überraschenden Formen, um eine Reihe von individuellen Themen, Konzepten und künstlerischen Vorgehensweisen zu transportieren – durch die explizit fragmentarische Sicht auf das Manifesta-Projekt aufs Ganze verweisend. In einem Annex von Counter Space gruppieren sich in einer dichten Anordnung alle denkbaren Formate von Quellenmaterial, gepaart mit Objekten aus der künstlerischen Recherche –handschriftliche Notizen und Mails, Fotografien, Storyboards, Zeitungsartikel, Zitate, Entwurfszeichnungen, Buchexemplare.

Vittorio Santoro, PULLEYS: 12. Juni – 30. Juli 2016, Vernissage: 11. Juni, 14.00–21.00, Brunch: 12. Juni, 11.00–17.00

Qiu Anxiong, Stage of Meditation: 2. Juni – 1. September 2016, Vernissage: 1. Juni 2016, 18.00, Stauffacherplatz Kirche St. Jakob 8004 Zürich Special Guest/Einführung: Filippo Leutenegger (Stadtrat von Zürich), 18.30

Stéphanie Saadé: 28. August – 1. Oktober 2016, Vernissage: 27. August 2016, 18.00

The contributions by the artists represented at Manifesta 11 are based on „buildings made of ideas” and the task is to tap into these ideas. An „Event Map“ had been drawn up to illustrate this construct – along with procedural stages of the biennial. Sourcing Manifesta is looking for surprising ways to transport a series of individual themes, concepts and artistic approaches – pointing out the whole through its explicitly fragmentary view of the Manifesta project.


Donate to Curate

Soziale Verdrängung und eine ökonomische Aufwertung des Stadtraums sind offensichtliche Merkmale des Globalisierungsprozesses der Städte. Widerstand in diesem Prozess zu entwickeln ist beinahe unmöglich. Die Rekapitalisierung der Städte setzt die unbändigen Kräfte frei, auch wenn diese in Zürich abgeschwächt erscheinen mögen. Was also tun, wenn die Arbeit für eine andere Vorstellung von Stadt kaum oder nicht bezahlt wird? What people do with small or no money?
Dem Prinzip der Vereinzelung, das durch Rekapitalisierung der Städte und Neoliberalismus freigesetzt wird, gibt es nun andere Formen des Lebens und des Arbeitens entgegenzusetzen – gerade auch, weil sich in der Kunst in den letzten Jahren der Kapitalismus frei entfalten konnte – ohne Aufsicht und ohne Regulation. Es könnte auch anders gehen. Solidarität anstatt Vereinzelung, Kreislaufwirtschaft anstatt Abfallverbrennung, Suffizienz anstatt unreflektierter Konsum, Essensproduktion hinterfragen und neue Modelle der Verwendung vorschlagen. Gefordert sind keine Heterotopien, sondern konkrete Beispiele und Orte, wie eine Gesellschaft funktionieren kann, die auf Vertrauen und gegenseitiger Achtsamkeit beruht, eine Achtsamkeit, die auch unseren Umgang mit Umwelt mit einschliesst.
Zu diesem Zweck wollen wir auf einem kleinen Platz, eingeklemmt zwischen Strassen am Einfallstor zur Stadt, neben der Hochschule der Künste und Hotelanlagen, neben Startups und Investorenimmobilien, einen Ort es Austretens schaffen. Wir wollen wir den Platz mit dem füllen, was andere nicht mehr gebrauchen können, was andere wegwerfen und damit einen anderen Entwurf von Stadt hervorbringen.

Today it is important to counter the principle of individualisation which is being unleashed through the recapitalisation of cities and neoliberalism with alternative ways of life and work. Solidarity instead of loneliness, recycling instead of incineration, sufficiency instead of unbridled consumption. To do this, „Donate to Curate“ wants to create a place where people can reject normal life, a place «trapped» between the streets at the gateway to the city, between the Hochschule and hotel complexes, beside start-ups and investment real estate. It aims to fill the space with things other people don’t need any more – what they throw out – and thus to produce a new blueprint for city life.


DZG Verein Die Zürcher Galerien

Der Verein DIE ZÜRCHER GALERIEN vertritt 65 der renommiertesten Galerien im Bereich zeitgenössischer Kunst der Stadt Zürich. Die Website des Vereins präsentiert das aktuelle Ausstellungsprogramm der einzelnen Galerien mit allen Eröffnungsdaten, sowie Namen der von den Galerien vertretenen Künstler/innen. Ein Stadtplan, auf dem die Standorte aller 65 Galerien eingezeichnet sind, hilft bei der geografischen Orientierung.

The society DIE ZÜRCHER GALERIEN represents 65 the most prestigious galleries in the field of contemporary art in the city of Zurich. The society’s website features the galleries’ current exhibition programme. A city map with the locations of all 65 galleries helps visitors to find their way around.


„Foto-Ernst” – Haus der analogen Kunst

„Foto-Ernst” ist ein Kunst- und Kulturprojekt, welches im Rahmen der europäischen Kunstbiennale „Manifesta 11” im Sommer 2016 in Zürich stattfinden wird.
Das Herzstück bildet dafür das seit fast zwanzig Jahren stillgelegte Haus „Foto-Ernst” an der Badenerstrasse 211, welches wieder zum Leben erweckt wird. Verschiedenste Projekte im und ums Haus sollen den Besuchern die Geschichte und die Praxis der analogen Fotografie näher bringen: Wöchentliche Grund- und Aufbaukurse vermitteln das Handwerk der analogen Fotografie und lassen es wieder aufleben; die Fotografier-Bar schafft Raum für Begegnungen und Wissensaustausch; das noch immer vorhandene Inventar des Ladens wird aufbereitet und zum Kauf angeboten. Ziel ist, die Besucherinnen und Besucher in Berührung zu bringen mit der Kunst und dem Kunsthandwerk der neu auflebenden analogen Fotografie. Der Ort soll mit seiner Magie zur Inspirationsquelle werden, aus welcher viele eigene, kleine Kunstwerke entstehen.

The centrepiece of this project is the „Foto-Ernst” building at Badenerstrasse 211, which was closed down 20 years ago and has now been brought back to life. The diverse programme in and around the house comprises weekly courses on the handcraft of analogue photography; the Photography Bar offers space for encounters and exchanges of knowledge; the still-present contents of the shop have been reconditioned and put back on sale. The aim is to bring visitors into contact with the resurgent art of analogue photography and, at the same time, to create a place of magic and inspiration.


Fotostiftung Schweiz Winterthur

Der Tessiner Roberto Donetta (1865-1932) gehört zu den grossen Aussenseitern der Schweizer Fotografie. Er fristete sein Leben als wandernder Fotograf und Samenhändler und hinterliess nach seinem Tod rund 5000 Glasplatten, die sich durch Zufall erhalten haben: sie halten das archaische Leben seiner Landsleute im damals noch abgeschotteten Valle di Blenio und den langsamen Einzug der Moderne fest. So wurde Donetta in einer Epoche des Umbruchs über die Zeitspanne von 30 Jahren zu einem einzigartigen Chronisten, verstand sich aber gleichzeitig als Künstler, der – als Autodidakt – mit grosser Freiheit experimentierte und sein Medium virtuos einzusetzen wusste. Seine Bilder sind eindringlich und humorvoll, heiter und todernst, ob sie Kinder, Familien, Hochzeitspaare, Berufsleute, den harten Alltag von Frauen und Männern oder den Fotografen selbst zeigen. Das Valle di Blenio als Mikrokosmos: mit Donetta wird das Tessiner Bergtal zur Bühne eines grossen Welttheaters. Die Ausstellung zeigt rund 120 Werke aus dem Donetta-Archiv, viele davon werden zum ersten Mal überhaupt öffentlich präsentiert.

(In Zusammenarbeit mit MASI Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano und Fondazione Archivio Roberto Donetta, Corzoneso.
Zur Ausstellung erscheint eine Monografie im Limmat Verlag, Zürich.)

The Tessin-born Roberto Donetta (1865-1932) is one of the great outsiders of Swiss photography. He eked a living as a travelling photographer and seed salesman and left behind 5,000 glass plates, which survived by chance: they document the archaic life of his compatriots in what was then an isolated valley, Valle di Blenio (Tessin) and the slow arrival of modernity. The exhibition features about 120 works from the Donetta Archive, many of which are being shown in public for the first time.


Full Service | Lab

FULL SERVICE: Alles geht. Jeder Wunsch, jede Phantasie kann erfüllt werden – sofern Performer und Kunde sich auf einen Preis einigen können. Zum Beispiel: „Ich mache dir ein Sandwich“, „Ich blase dir einen“, „Ich gebe dir das Gefühl geliebt zu werden“. Nach mehr als 30 Performances mit einem Total von 463 erbrachten Dienstleitungen und Gesamteinnahmen von mehr als 6000 Franken bietet Daniel Hellmann seine Dienste nun auch während der Manifesta an. Gäste aus Wirtschaft, Ethik, Soziologie und Kunst ergänzen das Programm mit Diskussionen über die kontroversen Fragen, die Full Service bislang aufgeworfen hat.

Performance in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch.
Vorträge und Diskussionen in Deutsch. Moderation: Wilma Renfordt

FULL SERVICE
Performance mit Daniel Hellmann
6.–10. September 2016, 17.00–19.30
11. September 2016, 16.00–18.00
Sowie jeweils im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen, bis 22.00

VORTRÄGE & DISKUSSIONEN

6. September 2016, 19.30 Uhr
FAIRNESS – Preise zwischen Monopol und freiem Wettbewerb
Diskussion mit Stefan Meierhans, Preisüberwacher
Als Schweizer Institution sorgt der Preisüberwacher in staatlichem Auftrag auf Märkten ohne Wettbewerb für faire Preise. Er analysiert Preise, nimmt Beschwerden entgegen und sucht nach Lösungen, wo etwas zu teuer ist. Dahinter steht der feste Glaube, dass der wettbewerbsnahe auch der beste Preis ist. FULL SERVICE ist hier ein paradoxer Fall – Daniel Hellmann ist der einzige Anbieter dieses Geschäftsmodells und hat gleichzeitig unzählige besser spezialisierte Konkurrenten. Deshalb: Monsieur Prix, sind die Preise bei FULL SERVICE fair? Und was ist überhaupt ein fairer Preis?

7. September, 19.30 Uhr
GELD – Was ist das und wie lebt man ohne?
Vortrag und Diskussion mit Raphael Fellmer, der fünf Jahre ohne Geld gelebt hat & Prof. Dr. Paul Kellermann, Soziologe, Universität Klagenfurt
Im Kapitalismus muss alles mit Geld gekauft werden, was gebraucht wird – so scheint es. Und so wird es in FULL SERVICE lustvoll auf die Spitze getrieben. Paul Kellermann hat die Bedeutung des Zahlungsmittels in zahlreichen Studien analysiert und kritisiert. Raphael Fellmer hat fünf Jahre ohne Geld gelebt. Er verrät, wie das funktioniert hat, und berichtet von Erfahrungen des bedingungslosen Gebens und Empfangens. Auf dieser Grundlage stellt Paul Kellermann provokante Thesen zur Diskussion, die den naiven, aber dennoch allgegenwärtigen Glauben an das Geld in Frage stellen.

8. September, 19.30 Uhr
TABUS – Was man für Geld nicht kaufen darf
Diskussion mit Dr. Barbara Bleisch, Philosophin, Universität Zürich & Prof. Dr. Stefan Grotefeld, Theologe, Reformierte Kirche Zürich
Bei FULL SERVICE wird grundsätzlich alles angeboten. Ob er irgendwo Grenzen zieht, verrät der Performer nicht. Auf anderen Märkten ist dies klarer geregelt. Eine Auftragsmörderin anzuheuern, ist klarerweise verboten. Schwieriger wird es bei Themen wie Organhandel, Leihmutterschaft oder beim "Kauf" von Fussballspieler*innen… die moralische Grauzone ist gross. Mit Barbara Bleisch und Stefan Grotefeld stehen zwei Ethiker*innen bereit, um zu diskutieren, was verkauft und gekauft werden darf und was auf Märkten nicht angeboten werden darf. Wem gehört der eigene Körper? Was heisst es, selbstbestimmt über ihn zu verfügen? Und wer hat die Verantwortung für die Regulierung der Märkte?

9. September, 19.30 Uhr
KAUFLUST – Konsum, Intuition und Marketing
Vortrag und Diskussion mit Johannes Schneider, Psychologe und Marketing-Experte, Decode Marketing
Kaum ein FULL SERVICE-Teilnehmer weiss zu Beginn, was er überhaupt kaufen will. Diese Unklarheit über die eigenen Bedürfnisse ist für Konsumenten ganz normal, wie Johannes Schneider zu berichten weiss. Er erklärt, wie Implicit Marketing funktioniert. Basierend auf Erkenntnissen aus Verhaltensökonomie, Psychologie und Neurowissenschaften zielt es darauf ab, Konsumbedürfnisse über die Intuition zu erzeugen. Denn bewusst sind Kaufentscheidungen nur selten. Warum kaufen Menschen, was sie kaufen? Welche grundlegenden Bedürfnisse bedient der Konsum? Und was hat der Performer mit dem Marketeer gemein?

10. September, 19.30 Uhr
PROJEKTIONEN – Über die Beziehung zwischen Performer*in und Publikum
Diskussion mit Prof. Dr. Kornelia Hahn, Soziologin, Universität Salzburg & Lisa Lucassen, Performerin, She She Pop
Im Alltag stehen Menschen ständig vor der schwierigen Aufgabe, ihren Gegenübern anhand ihrer Selbstinszenierung eine möglichst zutreffende Identität zuzuschreiben. Bei Performances geschieht dies in zugespitzter Form: In welchem Moment offenbart der Performer etwas aus seinem eigenen Leben, wann spielt er eine Rolle? Lisa Lucassen berichtet von den absurdesten, schönsten und schrecklichsten Zuschreibungen, die sie in 20 Jahren She She Pop erlebt hat. Kornelia Hahn erschliesst die Überschneidungen von Alltagsperformanz und künstlerischer Darstellung. Und Daniel Hellmann steuert bei, welche Kompetenzen FULL SERVICE-Kunden bislang bei ihm vermuteten.

11. September, 18.00 Uhr
GRENZEN – Wie weit würden Sie gehen?
Diskussion mit David Bloom, Choreograph, Filmemacher und Pädagoge
75 Euro hat eine FULL SERVICE-Kundin bezahlt, um zu erfahren, wo der Performer seine Grenzen zieht. David Bloom untersucht in seinen künstlerischen Arbeiten und Workshops das Themenfeld von Tanz, Begehren und der Performance des erotischen Körpers. Die Gratwanderung zwischen Kunst und Sexualität erfordert von den Performern ein ständiges Neu-Entdecken und -Definieren der eigenen Grenzen. Aus diesem Erfahrungsschatz schöpft David Bloom, um das Gespräch mit Daniel Hellmann um ein paar praktische Übungen für das Publikum zu ergänzen. Doch keine Angst: Wo Sie die Grenze ziehen, bleibt Ihre Wahl.

(Koproduktion mit Tanzhaus Zürich
Mit freundlicher Unterstützung von Stadt Zürich Kultur)

FULL SERVICE: Anything goes. Any wish, any fantasy can be fulfilled – as long as the performer and the customer can agree on a price. For example: I will make you a sandwich, I will give you a blow job, I will give you the feeling of being loved. After more than thirty performances with a total of 463 services rendered and overall revenue of more than 6,000 Swiss francs, Daniel Hellmann is now also offering his services at Manifesta 11.


Ganz Ohr im 4i Tram

„4i Tram” oder „Ganz Ohr im Tram 4” ist eine Kunstaktion mit Kindern und dem Zielpublikum von Kindern und Erwachsenen. Es geht entlang der Tramlinie 4, von Altstetten bis ins Seefeld und zurück, vorbei an Läden, Cafés und den Ausstellungsorten der Manifesta 11. Was versteckt sich hinter den vorbeiziehenden Fassaden? Was für Menschen arbeiten da und was sind ihre Geschichten? Schulklassen aus den anliegenden Quartieren machten sich auf eine Entdeckungsreise und entwickelten einen ganz eigenen Stadtführer mit selber erfundener Musik.
Auf www.4Tram.ch kann der Audioguide als Podcast heruntergeladen oder direkt gestreamt werden. Eine unvergessliche Fahrt kann beginnen; Ohren spitzen und Augen auf! – Und wer aus dem Tram steigt, kann einen 4iTram Stadtplan mitnehmen und sich auf die Suche nach den Orten und Menschen machen, deren Geschichten auf der Fahrt erzählt wurden.

Team:
Konzept/Koordination: PIXIBAR Annette Carle und Karin Heberlein www.pixibarfilm.ch
Illustration: Yvonne Rogenmoser www.yvonnerogenmoser.ch
Musik: Kinder zusammen mit Tim & Puma Mimi www.timpuma.ch
Webseite/Programierung: Michael Flückiger www.michaelflueckiger.ch

(Mit freundlicher Unterstützung von Migros Kulturprozent, VBZ und dem Tram-Museum Zürich)

„4 Tram” or „Ganz Ohr im Tram – 4” is an art action with children for children and adults. It travels along the tramline 4 from Altstetten to Seefeld and back, passing shops, cafés and the exhibition venues of Manifesta 11. School classes from the adjacent neighbourhoods went on a journey of discovery and developed a special city guide with their own specially produced music.


Gasträume 2016

„Gasträume 2016" ist ein Projekt im öffentlichen Raum der Stadt Zürich mit rund 20 Künstlerinnen und Künstlern. Die Interventionen, Skulpturen und Installationen werden mehrheitlich in der Innenstadt und in Zürich-West präsentiert; ein Vermittlungs- und Führungsprogramm begleitet die Ausstellung, die von der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR) ausgerichtet wird.
Artists: Martin Boyce, Maya Bringolf, Frères Chapuisat, Markus Kummer, Dane Mitchell, Olivier Mosset, Ilona Ruegg, Vittorio Santoro, Pascal Schwaighofer, Thomas Stimm, Clemens Wolf, Veli & Amos
Special Guests: AZB (Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer), Dina Danish

Führungen
Gasträume 2016 bietet eine Reihe von Führungen mit kompetenten Fachleuten an. Die Touren dauern jeweils rund 60–90 Minuten, sind kostenlos und werden bei jedem Wetter durchgeführt. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt, eine Anmeldung obligatorisch. Termine und Anmeldungsformular unter:
www.stadt-zuerich.ch/gastraeume-fuehrungen

Veli & Amos – „Let's Save The Whales International"
Unter anderem Teil von Gasträume 2016 ist Veli & Amos' Kollekte für den Film „Let's Save The Whales International". Dabei wird ein neuer Billboard für die Pfingstweidstrasse entwickelt – unter Teilnahme der Öffentlichkeit:
Mieten Sie einen Teil der Skulptur, um ein beliebiges Motiv zu veröffentlichen. Veli & Amos werden es selbständig drucken, zeichnen oder malen und bis zum 5. September an dieser prominenten Stelle in Zürich projezieren.
Details: veliandamos@gmail.com

Gasträume 2016 is a project in Zurich’s public spaces involving about 20 artists. Most of the interventions, sculptures and installations will be presented in the centre of town and in Zurich-West; an education and guide programme accompanies the exhibition, which is being organised by Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR). Free Tours, registration required: www.stadt-zuerich.ch/gastraeume-fuehrungen


Gewerbemuseum Winterthur

Plot in Plastilin
Wie kein anderes Material steht Plastilin für Metamorphose. Die mühelos formbare und weiche Knete kann spielend und rasch verändert werden und eröffnet gerade auch für den Animationsfilm seit jeher ein kreatives Paradies sondergleichen. Auch in der zeitgenössischen Kunst und im Produktedesign findet sich der vielfältig wandelbare und inspirierende Stoff. Die Ausstellung widmet sich mit bis zu 50 internationalen Werken dem grossartigen Variantenreichtum von Plastilin in Animation, zeitgenössischer Kunst und Design. Sie gewährt Einblick in eine Vielzahl von Animationsfilmklassikern, in internationale Erfolgsfilme für Kinder und Erwachsene sowie in Musikvideos und Experimentalfilme. Daneben präsentiert sie künstlerische Positionen, Objekte und Installationen wie auch Modelle aus dem Produktedesign. Abgerundet wird die Schau mit der Inszenierung eines Making-ofs. Im vielfältigen Rahmenprogramm stehen farbenfrohe Handarbeit und die Produktion von Stop-Motion Animationen im Zentrum.

&: Hilbert & Künzli
Die Schweizer Schmuckkünstler Therese Hilbert und Otto Künzli schaffen seit über vierzig Jahren Schmuck – Werke von minimalistischer Klarheit und bestechender handwerklicher Präzision, voll Witz und sinnlicher Eindringlichkeit, Schmuck, der schmückt, und gleichzeitig einen autonomen ästhetischen Status gewinnt. Das Paar lebt und arbeitet in München, es teilt Privatleben und Atelier und pflegt einen intensiven kreativen Austausch. Beide verfolgen jedoch einen individuellen künstlerischen Weg und zeigen ihre Werke in getrennten Einzelausstellungen, oft im internationalen Raum.
Erstmals nun stellt das Gewerbemuseum Winterthur das Werk der zwei Schmuckgestalter in der Schweiz zusammen aus und setzt damit gleichzeitig seine Reihe &: fort, in welcher der kreative Dialog von Arbeitsgemeinschaften beleuchtet wird.

„Plot in Plastilin" is devoted to the great wealth and variety of Plasticine’s uses in animation, contemporary art and design; &: Hilbert & Künzli reflects the minimalistically clear works of the Swiss jewellery artists Therese Hilbert and Otto Künzli; and the collection of patterns and samples offers well-founded and wide-ranging access to materials.


High/Low Energy

Das Thema „Energie” ist heute von zentraler Bedeutung – sowohl auf gesellschaftlicher wie individueller Ebene. Die täglichen Anforderungen sind so gestiegen, dass Zeit und damit die Möglichkeit, Energie zu tanken, ein rares Gut geworden sind. Die Performance „High/Low Energy“ versucht das Bewusstsein für das Thema „Energie“ zu schärfen und bringt ganz unterschiedliche Erscheinungsformen von Energie in einen Dialog. Physikalische und spirituelle Energie mögen auf den ersten Blick unvereinbar sein, bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass sich diese bedingen. „High/Low Energie“ macht das Spektrum dieser unterschiedlich konnotierten Energieformen erfahrbar und stellt nicht zuletzt die Frage nach dem Umgang mit dem eigenen Energiehaushalt.

(Von und mit: Georg Keller in Zusammenarbeit mit dem Energiearbeiter Michael Bieler, dem Schauspieler Lukas Kubik und Kunsthaus-Kuratorin Mirjam Varadinis)

The subject of energy is of central importance nowadays – on both a societal and on an individual level. The performance „High/Low Energy“ is an attempt to increase awareness of the issue of energy and creates a dialogue between various types of energy.


HNC / agency for the new contemporary

HNC ist eine für Manifesta 11 lancierte Agentur zeitgenössischer Performancekunst, die Organisationen und Individuen die Möglichkeit bietet, außerhalb von etablierten und institutionalisierten Kanälen Performances zu erwerben und zu erleben. Im Sinne von „Manifesta für Alle” wird das Spielfeld der Künstler erweitert und einem breiteren Publikum vermittelt. HNC versucht, auf widersprüchliche Art mitten im Spannungsfeld von Kunst und deren Ermöglichung durch den privaten Sektor zu existieren. Eine Art der Vermittlung wird gesucht, die diesen Widerspruch bemerkbar macht und gleichzeitig darin Potenziale schöpft. Wo steht die performative Kunst heute und wie kann sie ihre Unabhängigkeit aufrecht erhalten? Was tun Performancekünstler für Geld, bzw. was tut das Geld für die Künstler?

Offizielle HNC Eröffnungs-Gala, Impact Hub Zürich: The HNC Eröffnungsgala präsentiert das Projekt in Form einer Meta-Gala im Low-Budget-Stil. Das Programm besteht aus Cocktail, Ansprachen, Fundraising und Konzert, dabei durchgehend performativ. Anwesend sind einige kooperierende Performancekünstler mit unterhaltungsfreien Darbietungen und diverse Optionen in Sachen Catering.

HNC is an agency for contemporary performance art launched for Manifesta 11, offering organisations and individuals the opportunity to purchase performances off the beaten track of established and institutionalised art. Where does performative art stand today and how can we preserve its independence? What do performance artists do for money and vice versa, what does the money do for the artists?


How to Waste Time

Zürich – die Finanzhauptstadt der Schweiz – ist bekannt für ihre zwinglianische Arbeitsethik und als globaler Börsenstandort. „How to Waste Time” lotet den Wert von Beschäftigungen aus, die scheinbar in der Arbeitswelt keinen ökonomischen Wert besitzen. Im wirtschaftlichen Herzen der Stadt entsteht eine Plattform, die von den hektischen Händlerringen der Zürcher Börse inspiriert ist, bevor sie von der digitalen Welle überrollt wurde. Das Projekt wird von Nele Dechmann und Nicola Ruffo (Kunstverein Zürich) kuratiert, sowie von Katrin Murbach und Fabian Jaggi (Ortreport) räumlich definiert. Während acht Wochen bespielen Künstler, die sich in ihrer Praxis dem klassischen Ausstellungsformat entziehen, die bühnenartige Struktur beim Bürkliplatz mit Performances, Aufführungen, Lesungen und Diskussionen.

(Das interdisziplinäre Programm entstand in Zusammenarbeit mit der Gessnerallee Zürich und dem Museum Strauhof)

In Partnerschaft mit „How to Waste Time”:
Strauhof – „Anarchie! Fakten und Fiktionen”
„Ein Hirn haben heisst Anarchist sein”, schreibt der Zürcher Arzt Fritz Brupbacher im Jahr 1912. Wo steht die Anarchie heute — welche Spuren hat das Streben nach einem herrschaftsfreien Leben in der Literatur und im Alltag hinterlassen? In Zusammenarbeit mit Autoren, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Aktivisten, Schülern, Freidenkerinnen und Querulanten zeigt die Ausstellung im Strauhof Beiträge zu gelebter Anarchie, literarischen Utopien und historischen Fakten.
www.strauhof.ch

A platform is being built in the business heart of the city, inspired by the hectic Zurich Stock Exchange before it succumbed to the digital wave. Over eight weeks, artists whose practice transcends the classic exhibition format will put on performances, plays, readings and discussions on the stage-like structure.


ISS HOPE / Galley & Host Lab

International Space Station (ISS) HOPE / Galley & Host Lab

Zwei 20-Fuss Schiffscontainer mit einer eingebauten, funktionalen Bordküche (galley).

ISS HOPE / Galley & Host Lab ist ein Buttom-up Projekt mit einer langfristigen Vision: Die Anfangsinvestition führt zu einem essentiellen Modul, das sowohl beständig als auch mobil bleibt. Nach der Manifesta 11 in Zürich wird der Container im Sinne des ISS HOPE Konzepts weitergenutzt: Als Feuer- und Kochstelle für 30-40 Personen und als Forschungsanlage, Versuchs-Plattform, Friedensprojekt, Bekenntnis zu umweltverträglichen, fairen und zukunftsstabilen Standards.
Die initiale Mission der ISS HOPE gründet auf einer Zusammenarbeit mit dem BIO-Restaurant Tusheng Shiguan aus Kunming (China), der Partnerstadt von Zürich. Die chinesischen Projektpartner_innen sind Pioniere einer boomenden chinesischen Öko- und Bio-Bewegung und verarbeiten biologische Lebensmittel, welche regional in umliegenden Dörfern angebaut werden. Sie sind proaktiv auf der Suche nach neuen biologischen Produzent_innen und forschen nach alten Rezepten und Zubereitungsweisen. Von den Dampfbroten bis zum Tofu wird in Kunming als dann auch in Zürich vieles selber hergestellt und als Kultur an die Mitarbeitenden weitervermittelt. Die ISS HOPE an der Europaallee in Zürich wird im Rahmen der Städtepartnerschaft persönliche und direkte Kontakte mit Menschen aus Kunming ermöglichen und damit auch neue Sichtweisen auf Aspekte der Gegenwartskultur in China fördern.
ISS HOPE verpflegt während der Manifesta 2016 als funktionsfähige Kantine Besucher_innen der Anlage und der Ausstellungen. Eine Diskurs- und Druckplattform sowie weitere anschlussfähige Module sollen sich an die Station andocken. Dieses Setting führt zu einem offenen Labor für künstlerische, gesellschaftliche und visionäre Forschung & Praxis. Nach der Manifesta 11 soll ISS HOPE eine Reise um die Welt aufnehmen, um in unterschiedlichsten Räumen als seismografisches Gerät Bewegungen, Aktivitäten und Initiativen aufzuzeichnen. So entsteht das ISS HOPE ARCHIV, welches als Open-Source Quelle und auch als analoger Freihandbestand mit dem Projekt reisen und wachsen wird.

Öffnungszeiten: Voraussichtlich Di-Fr 11:30-15:00, 18:00-22:00, So 17:00-22:00

(In Kooperation mit Europaallee Zürich)

The initial mission of ISS HOPE, which started as a group of shipping containers with a built-in, functioning galley, is based on a collaboration with the organic restaurant Tusheng Shiguan in Kunming – one of Zurich’s twin cities. During Manifesta 11, ISS HOPE will not only enable visitors to meet people from Kunming, it will also be a functioning canteen, serving food and drink to the visitors of the complex and the adjacent art platforms. After Manifesta 11, ISS HOPE will depart on a world tour – as a seismograph.


Johann Jacobs Museum

Gonzalo Díaz – Terras do sem fim
„Terras do sem fim“ (Von der Gewalt der Geschichte) heisst die Ausstellung des chilenischen Künstlers Gonzalo Díaz, die am 26. April 2016 im Johann Jacobs Museum eröffnet wird. Díaz zitiert einen Romantitel (das Buch erschien 1943) des brasilianischen Schriftstellers Jorge Amado, der auf packende Weise die Gewaltverhältnisse auf den Kakaoplantagen beschreibt. Daneben bezieht sich Díaz auf die erklärte Programmatik des Johann Jacobs Museums, das am Leitfaden von Rohstoffen wie Kaffee und Kakao die Kunstgeschichte als globale Geschichte wirtschaftlicher, kultureller und politischer Verflechtungen begreift.
Díaz rechnet nicht zu der Sorte Künstlern, die sich im Auswalzen der sozialen Misere ergehen (und damit ihr Werk auffetten), sondern adressiert die soziale Misere beziehungsweise deren Ursachen auf grundlegende Weise: Was bedeutet eigentlich „einen Horizont zu überschreiten“? – sei es im Sinne der geistigen Weiterentwicklung, im Sinne der Erschliessung neuer Ressourcen, im Sinne der Eroberung ferner Länder? Und wo verläuft die Trennlinie zwischen Erweiterung und Übergriff?
All diese Fragen sind relevant – für das Verständnis der unbändigen Energie, die im Profitstreben steckt, zur Regelung des zwischenmenschlichen Umgangs sowie zur Herstellung einer ökologischen Balance zwischen Mensch und Umwelt.

Zheng Mahler – Mutual Aid
In welcher Beziehung steht der Schweizer Uhrenhersteller Tag Heuer zur Anarchie? Und was verbindet das im Hochjura gelegene La Chaux-de-Fonds mit Jingdezhen, der „Hauptstadt des Porzellans“ in der chinesischen Provinz Jiangxi?
Mutual Aid (Gegenseitige Hilfe) lautet die zweite Ausstellung des Künstlerduos Zheng Mahler (Hongkong) im Johann Jacobs Museum Zürich. Wie bei „A Season In Shell“ (2014), ihrer ersten Ausstellung, folgen sie einer ebenso spekulativen wie empirisch untermauerten Recherche in die Mysterien des globalen Handels zwischen Europa, China und Afrika: Die Schweiz. Die Uhr. Die Anarchie.
Es waren Uhrenmacher aus dem Jura, die sich zur sogenannten „Juraföderation“ zusammenschlossen. Weit oben in den Bergen begründeten sie eine Form des gemeinsamen Arbeitens und Lebens, die jeglicher staatlichen oder religiösen Regierung abschwor. Die einzelnen Arbeitsschritte in den selbstverwalteten Manufakturen von La Chaux-de-Fonds griffen dabei so präzise ineinander wie die sprichwörtlichen Rädchen des Uhrwerks.

„Terras do sem fim“ (The Violent Land) is the name of the exhibition by the Chilean artist Gonzalo Díaz. Díaz is citing the title of a novel by the Brazilian writer Jorge Amado, who describes conditions on a cocoa plantation in gripping fashion. Furthermore, Díaz is referring to the declared objectives of the Johann Jacobs Museum, which, guided by commodities such as cocoa or coffee, regards art history as a global history of economic, cultural and political complexities.

How does Swiss watchmaker Tag Heuer relate to anarchy? And what connects La Chaux-de-Fonds in the Jura highlands of Switzerland with Jingdezhen, the „porcelain capital” in China’s Jiangxi Province? Mutual Aid - Die Schweiz. Die Uhr. Die Anarchie. is the second exhibition by artist duo Zheng Mahler (Hong Kong) at the Johann Jacobs Museum Zurich. Like their first show, A Season In Shell (2014), they pursue research that is at once speculative and empirically substantiated, using it to sound out the mysteries of global trade between Europe, China and Africa. It was Swiss Jura watchmakers who came together to form the so-called „Jura Federation.” High in the mountains, they established a communal form of living and working that renounced any and all state or religious governance. And yet the individual work steps at the Federation’s self-managed factories in La Chaux-de-Fonds were as exacting and precisely interlocked as the gears of a proverbial clockwork.


Jung34

Jung34 ist ein Projekt von Florence Jung, das durch Christian Jankowski aktiviert wird – wo immer er sich befindet, während der gesamten Laufzeit der Manifesta 11.

Jung34 is a project by Florence Jung which is being activated by Christian Jankowski – wherever he happens to be during the entire duration of Manifesta 11.


Kunsthalle Winterthur

Salvatore Arancio – Oh Mexico!
Wo immer sich Salvatore Arancio (*1974, lebt und arbeitet in London) befindet, entdeckt er skurrile Begebenheiten und Geschichten. Seine Ausstellung in der Kunsthalle basiert auf einer Reise nach Mexiko im Jahr 2015 und vereint atmosphärische Videoerzählungen und grossformatige Keramiken.

Cécile B. Evans
Cécile B. Evans (*1983, lebt und arbeitet in London) collagiert in ihren Animationen verschiedenste Bilder und Informationen, die sie ausnahmslos im Internet findet, zu verblüffenden und mitunter verstörenden filmischen Arrangements. Es geht hier jedoch nicht nur um Sampling, denn die Arbeiten entwickeln ein ganz eigenes Leben und werden dadurch zu neuer, autonomer Realität. Herzstück der Ausstellung ist die neue Arbeit What the Heart Wants.

Die Kunstpartie
Donnerstag, 23. Juni 2016, 18.15
Ein dialogischer Rundgang durch die Ausstellung von Salvatore Arancio, mit Oliver Kielmayer und seinem Gesprächspartner Konrad Bitterli, Kurator und stellvertretender Direktor des Kustmuseum St. Gallen und ab 2017 Direktor des Kunstmuseums Winterthur.

Das Kuratorische Quartett
Mittwoch, 29. Juni 2016, 19.30
Aus aktuellem Anlass nimmt sich die fachkundige Runde, bestehend aus Fanni Fetzer (Direktorin Kunstmuseum Luzern), Arthur Fink (Kurator Hacienda Zürich), Oliver Kielmayer (Kurator Kunsthalle Winterthur) und Sarah Zürcher (Kuratorin), der Manifesta 11 an und diskutiert vier besonders gelungene oder missratene Aspekte der Ausstellung.

Salvatore Arancio’s exhibition in the Kunsthalle is based on a journey to Mexico in 2015 and combines atmospheric video narratives and large-scale ceramics. Cécile B. Evans, on the other hand, animates collages of completely different pictures and information, which she finds exclusively on the Internet, to create amazing and at times disturbing cinematic arrangements. Finally, „Das Kuratorische Quartett“ addresses Manifesta 11 itself and discusses four aspects of the exhibition that went particularly well or badly wrong.


Kunsthaus Zürich

Anlass für diese umfassende Retrospektive ist das Jubiläum der in Zürich vor hundert Jahren entstandenen Dada-Bewegung. Die Retrospektive erkundet den geschichtlichen Bogen von Picabias (1879–1953) provokativer Karriere – von seinen frühen Erfolgen als impressionistischer Maler und seinem essenziellen Beitrag zu Dada über die umstrittenen Pin-up-Girls bis zu den nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Abstraktionen. Obschon er die Malerei in seinen dadaistischen Aktivitäten entzaubert hatte, malte Picabia bis zu seinem Tod exzessiv weiter, gleichzeitig kritisierte er diese Technik heftig. Die Ausstellung zeigt, wie sehr Picabias Werk die Grundsätze der Moderne in Frage stellt. Es werden rund 200 Werke präsentiert, darunter Gemälde, Arbeiten auf Papier, Avantgarde-Zeitschriften und Beispiele seiner Film- und Theatertätigkeit.

Die von Cathérine Hug und Anne Umland co-kuratierte Ausstellung entsteht als Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthaus Zürich und dem Museum of Modern Art, New York, wo sie ab November 2016 auch zu sehen sein wird. Im Rahmen der Festspiele Zürich und unterstützt durch die Ernst Göhner Stiftung sowie die Truus und Gerrit van Riemsdijk Stiftung.

This extensive retrospective marks the centenary of the Dada movement, which began in Zurich a hundred years ago. The retrospective explores the historical arc of Picabia’s (1879–1953) provocative career – from his early successes as an impressionist painter and his essential contribution to Dadaism through his controversial pin-up girls through to the abstract art he created after the Second World War.


Kunstmuseum Winterthur

Von Giorgio de Chirico bis Alighiero Boetti: Italienische Zeichnungen und Druckgraphiken aus der Sammlung
Die Ausstellung im Graphischen Kabinett ist Arbeiten auf Papier aus Italien gewidmet. Sie beginnt mit zwei bedeutenden graphischen Werken von Giorgio de Chirico und endet mit dem Album Insicuro noncurante, das Alighiero Boetti 1975 als eine Summe seiner Arbeit publizierte. Dazwischen liegen weitere seltene druckgraphische Werke, darunter Giorgio Morandis grosses Stilleben von 1928 ebenso wie Piero Manzonis berühmte Tavole di accertamento von 1962 und Boettis 12 forme, die er den Berichten von gewaltsamen Besetzungen von Territorien auf den Titelseiten von Tageszeitungen entnahm.
Zur Ausstellung erscheint der zweite Band des Katalogs der Zeichnungserwerbungen seit 2000.

Matt Mullican I Nothing Should Exist
In Matt Mullicans Werk geht es um nichts Geringeres als um die Aneignung der Wirklichkeit, um die Beziehung zwischen den Dingen und ihrer symbolischen Darstellung, zwischen unmittelbarer Erfahrung und systematischer Ordnung, zwischen subjektiver Deutung und materieller Welt. „Nothing Should Exist”: Wie können wir uns vergewissern, dass etwas tatsächlich existiert?
Der 1951 in Kalifornien geborene Künstler, der heute in Berlin lebt und an der Kunsthochschule in Hamburg unterrichtet, begann sich schon früh damit zu beschäftigen, was die Bilder bedeuten, denen wir im Alltag begegnen. Was für eine Welt repräsentiert ein Bild, fragte sich Mullican. Was heisst es, wenn man auf die Darstellungskraft einer Comic-Zeichnung vertraut, sie wörtlich versteht und daraus eine mögliche Wirklichkeit konstruiert? Wie kann man begreifen, was darin geschieht, wie sieht die darin dargestellte Welt wirklich aus? In Zeichnungen begann Mullican eine fiktive Welt zu entwickeln und sie auf ihre Realitätshaltigkeit zu überprüfen.
Von diesen Arbeiten gelangte Mullican zu Weltmodellen, zu Kosmologien. Es ging ihm dabei nicht um ein gültiges Modell, sondern um das Modellieren selbst, um das Denken in Möglichkeiten, um das Entwerfen und nicht um das Behaupten. Eine Kosmologie in fünf Ebenen, die den Formen der Aneignung der Welt entsprechen, hat Mullican ausgearbeitet. Sie beginnt mit der Ebene der Elemente, der materiellen Dinge; darüber liegt die Ebene der Gegenstände, mit denen wir täglich zugange sind; im Zentrum des Modells liegt die Ebene der Künste, in der Bilder der Welt geschaffen werden. Es folgt die Ebene der Sprache, der abstrakten Wiedergabe der Dinge, und darüber liegt die Ebene des Subjektiven, das alle Ebenen auf seine Weise deutet. Dieses Modell hat Mullican in verschiedensten Medien durchgespielt – auf Glasfenstern, Steinplatten, Postern, Bannern, vom abstrakten Diagramm bis zur imaginären Stadt, in der sich der Betrachter bewegen kann. Das Gegenstück zu diesen Spekulationen ist für Mullican das Festhalten von materiellen Spuren der Wirklichkeit. Das kann der Niederschlag des Lichts auf Photogrammen sein oder das Abformen von Gegenständen in Zinngüssen. Am bekanntesten sind Mullicans „Rubbings”: Seit über dreissig Jahren schafft er Bilder, die keine Gemälde oder Zeichnungen sind, sondern Abriebe von Vorlagen. Damit hat er eine Technik entwickelt, die seinen Gedanken entspricht, denn die Abriebe machen anschaulich, dass wir stets Abbilder, Kopien vor uns haben. Für ein umfangreiches neues Werk, The Meaning of Things, ging Mullican noch weiter und suchte Bilder in der grössten heute existierenden Bibliothek, im Internet.

The exhibition in the Graphisches Kabinett begins with two important graphic works by Giorgio de Chirico and ends with the album Insicuro noncurante, which Alighiero Boetti 1975 published as the sum of his work. Matt Mullican’s work, on the other hand, is about no less than the appropriation of reality, about the relationship between things and their symbolic portrayal, between direct experience and systematic order, between subjective interpretation and the material world.


Museum für Gestaltung Zürich

Wie sieht der Feind aus? Hat er ein Gesicht? Herlinde Koelbl zeigt im Projekt „Targets“, mit welchen Feindbildern zielen und treffen, schiessen und letztlich töten systematisch eingeübt wird. Die deutsche Fotokünstlerin hat während sechs Jahren Militärschiessziele in über 30 Ländern aufgenommen. Entstanden sind Fotografien zerfetzter menschlicher Silhouetten aus Karton, durchlöcherter Plastikpuppen oder zerschossener Blechfiguren. Ob in China, Russland, im Nordirak oder in der Schweiz: Die Zielscheiben stehen für den jeweiligen Gegner. Ergänzt durch Soldatenporträts, Video- und Soundinstallationen und Interviewzitate lassen diese Bilder die Grausamkeit von Tod und Krieg spürbar werden.

What does the enemy look like? Has he got a face? Herlinde Koelbl’s project „Targets“ demonstrates the concepts of enemies used to systematically practice targeting, striking, shooting and ultimately, killing. The German photo-artist spent six years taking pictures of military targets in more than 30 countries. The result is tattered cardboard silhouettes of human beings, perforated plastic dolls or shot-up tin figures.


Museum Haus Konstruktiv

2016 ist für das Museum Haus Konstruktiv ein wichtiges Jahr: Wir feiern unser 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird unsere kontinuierlich gewachsene Sammlung mit der gross angelegten Gruppenschau „Um die Ecke denken“ gewürdigt. Die Auswahl erfolgte aus über 900 Werken, von denen mehr als 100 seit dem letzten Jubiläumsjahr 2011 hinzugekommen sind. Diesen Neuzugängen und dem historischen Erbe einiger Schlüsselfiguren der konstruktiv-konkreten Kunst möchten wir besondere Aufmerksamkeit schenken.

Mit den „Gastinterventionen“ eingeladener Künstlerinnen und Künstlern setzen wir die ausgewählten Exponate der Sammlung in einen Echoraum der zeitgenössischen Kunst. Dabei sind verschiedene künstlerische Strategien und Medien berücksichtigt, die Kontextverschiebungen und Bruchstellen erzeugen und sich als humorvolle und subversive Kommentare lesen lassen.

Gezeigt werden Sammlungswerke u.a. von:
Josef Albers, Ian Anüll, Hans Arp, Frank Badur, Andrew Bick, Jakob Bill, Max Bill, Erich Buchholz, Carlos Bunga, Andreas Christen, Attila Csörgő, Christoph Büchel, Walter Dexel, Rita Ernst, Franz Fedier, Karl Gerstner, Fritz Glarner, Hans Jörg Glattfelder, Eugen Gomringer, Daniel Göttin, Camille Graeser, Joanne Greenbaum, Raphael Hefti, Rodrigo Hernández, Marguerite Hersberger, Hans Hinterreiter, Gottfried Honegger, Ingrid Isermann, Pierre Keller, Heidi Künzler, Leo Leuppi, Verena Loewensberg, Richard Paul Lohse, Vera Molnar, Jill Magid, Thomas Moor, François Morellet, Olivier Mosset, Willy Müller-Brittnau, Aurélie Nemours, Jo Niemeyer, Charlotte Posenenske, Andrei Proletski, Tobias Putrih, Gerwald Rockenschaub, Carissa Rodriguez, Natale Sapone, Manfred Schoch, Jürg Stäuble, Klaus Staudt, Paul Talman, Georges Vantongerloo, Victor Vasarely, Philippe Weber-Jahanguir, Beat Zoderer

Mit Gastinterventionen von:
Olaf Breuning, Claudia Comte, Martin Creed, Sylvie Fleury, Christian Jankowski, Yves Netzhammer, Nedko Solakov, Martin Walde und WBG AG – 30 Jahre Grafik für das Museum Haus Konstruktiv

The year 2016 is an important one for Museum Haus Konstruktiv: we are celebrating our 30th anniversary. To mark this occasion, our constantly growing collection shall be acknowledged in the extensive group exhibition „Thinking Outside the Box”. The selection was made from over 900 works, more than 100 of which have been added since the last major anniversary year, 2011. We intend to focus, in particular, on these new additions and on the historical legacy of several key figures in constructivist-concrete art.

In the „guest interventions”, we position the selected exhibits of the collection within the echo chamber of contemporary art. This includes various artistic strategies and media that produce contextual shifts and breaking points, and which can be seen as humorous and subversive commentary.

The exhibits from the collection include works by artists such as:
Josef Albers, Ian Anüll, Hans Arp, Frank Badur, Andrew Bick, Jakob Bill, Max Bill, Erich Buchholz, Carlos Bunga, Andreas Christen, Attila Csörgő, Christoph Büchel, Walter Dexel, Rita Ernst, Franz Fedier, Karl Gerstner, Fritz Glarner, Hans Jörg Glattfelder, Eugen Gomringer, Daniel Göttin, Camille Graeser, Joanne Greenbaum, Raphael Hefti, Rodrigo Hernández, Marguerite Hersberger, Hans Hinterreiter, Gottfried Honegger, Ingrid Isermann, Pierre Keller, Heidi Künzler, Leo Leuppi, Verena Loewensberg, Richard Paul Lohse, Vera Molnar, Jill Magid, Thomas Moor, François Morellet, Olivier Mosset, Willy Müller-Brittnau, Aurélie Nemours, Jo Niemeyer, Charlotte Posenenske, Andrei Proletski, Tobias Putrih, Gerwald Rockenschaub, Carissa Rodriguez, Natale Sapone, Manfred Schoch, Jürg Stäuble, Klaus Staudt, Paul Talman, Georges Vantongerloo, Victor Vasarely, Philippe Weber-Jahanguir, Beat Zoderer et al.

The artists invited for the guest interventions are:
Olaf Breuning, Claudia Comte, Martin Creed, Sylvie Fleury, Christian Jankowski, Yves Netzhammer, Nedko Solakov, Martin Walde and WBG AG – 30 years graphic design for Museum Haus Konstruktiv


Museum Oskar Reinhart Winterthur

Au sein du Lac Léman. Miniaturmalerei aus der französischen Schweiz
Eine Auswahl an Miniaturen aus dem reichen Fundus der Stiftung Jakob Briner und der Schenkung Emil S. Kern stellt Künstler vor, die meist von Genf aus ihr Können in die Kunstzentren Europas und bis in die Neue Welt getragen haben. Ausschlaggebend war im 18. Jahrhundert die Uhrenproduktion in Genf. Sie führte dazu, dass sich dort die Emailmalerei und parallel dazu auch die Miniaturmalerei auf höchstem Niveau entwickelten. Im Zentrum stehen Werke von Jean-Étienne Liotard (1702–1789), David Boudon (1748–1816), Louis-Ami Arlaud-Jurine (1751–1829), François Ferrière (1752–1839), Pierre-Louis Bouvier (1765–1836), Jean-François Soiron (1765–1812), Firmin Massot (1766–1849) und Salomon-Guillaume Counis (1785–1859).

Sigismund Righini. Im Bann der Farbe
Der Zürcher Kunstmaler und Kunstpolitiker Sigismund Righini (1870 bis 1937), ein Zeitgenosse von Cuno Amiet (1868–1961), Hans Emmenegger (1866–1940) und Giovanni Giacometti (1868–1933), bietet ein malerisches Werk, das in der akademischen Tradition begonnen hat und sich entlang der figurativen Avantgarde in Frankreich und der Schweiz zu aussergewöhnlichem Kolorismus entwickelte. Mit seiner Betonung des Flächencharakters des Bildes und der Steigerung der Farben bis ins Grelle gehört Righini zu den grossen Koloristen der Schweiz.

„Au sein du lac Léman“ presents a selection of miniatures, whose creators, mostly from Geneva, took their skills into the art centres of Europe and as far afield as the New World. The following, Im Bann der Farbe, shows the works of the art-painter and art-politician Sigismund Righini (1870–1937), a contemporary of Cuno Amiet (1868–1961), Hans Emmenegger (1866–1940) and Giovanni Giacometti (1868–1933).


OnCurating Webjournal

Veränderungen in Arbeitsprozessen und weltweite Migrationsbewegungen werden heute oft als isolierte „Probleme“ betrachtet. Wir sehen diesen Zusammenhang aber als eine geopolitische Realität, die ihre Wurzeln in politischen, ökonomischen Machtverhältnissen, Hegemoniebestrebungen und den Kampf um Ressourcen hat. Migrationsbewegungen stellen die Ordnung dieses ökonomischen Systems in Frage. „Work, Migration, Memes and Personal Geopolitics” versucht die allgegenwärtige Situation postmigrantischen Daseins ins Auge zu fassen. Anbei wollen wir insbesondere die alltäglichen Lebens- und Arbeitssituationen in Zürich unter die Lupe nehmen, da hier bereits jeder dritte Bewohner einen migrantischen Hintergund hat. Wir wollen mit diesen teils schwierigen Situationen subversiv umgehen, indem wir uns mit ihnen humorvoll umgehen unter Zuhilfenahme von Memes, einem Phanömen aus der Netzkultur, das meist dokumentarische Bildmotive immer wieder neu und umdeutet.

Panel am 8. September 2016 mit Roberto Nigro, Maurizio Lazzarato, Katharina Moraweck, Radostina Patulova

(In Kooperation mit !Mediengruppe Bitnik)

„Work, Migration and Personal Geopolitics“ tries to address the omnipresent situation of post-migration existence. The authors aim to approach these somewhat complex situations both subversively and with a sense of humour – with the aid of memes, a phenomenon from Internet culture that constantly redefines and reinterprets documentary motifs.


Palais de Tokyo / ACRUSH AG

Teilnehmende Künstler:
Mathis Altmann, Darren Bader, Nina Beier, Bruno Botella, Jean-Alain Corre, Athene Galiciadis, Dorian Gaudin, Ken Kagami, Tobias Madison and Emanuel Rossetti, Mia Marfurt, Anita Molinero, Shana Moulton, Pablo Réol, Maxime Rossi

„Your Memories are our Future“ is the product of a collaboration between Palais de Tokyo and the Zurich-based art producer ACRUSH AG. Participating artists include Mathis Altmann, Darren Bader, Nina Beier, Bruno Botella, Jean-Alain Corre, Athene Galiciadis, Dorian Gaudin, Ken Kagami, Tobias Madison and Emanuel Rossetti, Mia Marfurt, Anita Molinero, Shana Moulton, Pablo Réol and Maxime Rossi.


Paradise Retreat

Wer sich eine Ruhepause gönnen möchte, muss nicht weit reisen. Der Paradise Retreat von Simon Heusser bietet Gelegenheit abzuschalten und aus der Alltags- und Arbeitshektik auszubrechen. Die Installation auf der Terrasse der Universität Zürich ist von spirituellen Erholungsreisen, sogenannten Retreats inspiriert, die in den letzten Jahren an Popularität gewannen. Die Arbeit bezieht sich aber auch auf vergangene Strömungen, insbesondere auf die lebensreformerische Künstlerbewegung Monte Verità, die für Heusser schon Ansätze der heutigen Retreats verfolgte. Der Künstler setzt sich mit Raumatmosphären auseinander. Für den Paradise Retreat konzipierte er ein Werk im Aussenraum, eine Mischung aus Zelt und Kastell. Der Besucher des Kunstwerks wird eingeladen in der Installation zu verweilen, in der meditative Klänge ertönen.

Mit dem Experimentalmusik-Pionier Bruno Spoerri hat Heusser die Klänge produziert. Am 17. Juni 2016 (um 19 Uhr) findet eine Performance des Künstlers gemeinsam mit Bruno Spoerri statt.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 11–21 Uhr / Samstag und Sonntag, 11–18 Uhr, bei schlechter Witterung bleibt die Installation geschlossen

The „Paradise Retreat“ by Simon Heusser offers visitors the opportunity to switch off and get away from the hustle-bustle of everyday life and work. The installation on the terrace of the University of Zurich is inspired by spiritual recreation trips, or retreats, which have enjoyed growing popularity in recent years. For Paradise Retreat, he conceived an outdoor work, a mixture of tent and fortress. Visitors to the installation are invited to spend some time in it.


Schlafen

„Schlafen ist teuer, arbeiten ist gratis.“ Der Verein Zitrone beschäftigt sich seit Jahren mit Alternativen zur institutionalisierten Kulturförderung und setzt dem Motto „What people do for money“ den Gedanken kollektiver Selbstverwaltung entgegen. Vom 1. Juni – 15. Juli 2016 stellen sie – inmitten der eigenen Ateliers, Büros und Werkstätten – Übernachtungsmöglichkeiten für jeweils 20 Manifesta-Gäste kostenlos zur Verfügung. Die Gäste müssen ihre Gasträume in Zusammenarbeit mit dem Verein Zitrone jedoch selber verwalten und an der Gemeinschaft teilnehmen. Das Geschehen wird dokumentiert und zum Abschluss des 50-tägigen Betriebs findet eine öffentliche Veranstaltung vor Ort statt.

„Sleeping is expensive, working is free.“ The society Verein Zitrone has been exploring alternatives to institutional cultural promotion for years and offers the notion of collective self-administration as an answer to the motto „What People Do for Money“. From 10 June to 15 July 2016, the society members are providing free accommodation, run by the guests themselves, in the middle of their own studios, offices and workshops. The activities will be documented and concluded with a public event.


Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA)

Wie verhalten sich im Kunstsystem Geld und Wert zueinander? An drei Abenden unterhalten sich Künstler, Kuratoren, Galeristen, Archivare und Kunstwissenschaftler über das Verhältnis von Produktion und Wertschöpfung. Die Kunstgeschichte der Gegenwart charakterisiert sich über die Paradoxie, Kunst bereits im Moment ihres Entstehens oder zumindest bei ihrer erstmaligen Präsentation zu behandeln. Zur Debatte steht einerseits, dass die Arbeit des Dokumentierens, Archivierens, Auswertens und Publizierens zwar viel Geld kostet, aber meist woanders der monetäre Gewinn daraus gezogen wird. Thematisiert werden soll andererseits, dass Kunstschaffende ihrer Kanonisierung Vorschub leisten können, indem sie Mittel nicht nur in die künstlerische Produktion sondern gezielt in deren Vermittlung durch Websites, Kataloge etc. investieren. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, wann die Wertbildung eines Werks einsetzt – während der Produktion, direkt danach, in zwanzig oder hundert Jahren – und wer dafür verantwortlich ist.

29. Juni 2016, 18.30
Cash and the Canon - During Artistic Production
Über das gleichzeitige Produzieren, Konservieren und Archivieren bei performativer und digitaler Kunst
Monica Studer/Christoph van den Berg (Künstler), Sabine Himmelsbach (Direktorin Haus der elektronischen Künste HeK, Basel), Dr. Tabea Lurk (Leiterin Mediathek, Hochschule für Gestaltung und Kunst, Basel)
Moderation: Katharina Dunst (SIK-ISEA, Redaktion SIKART)

6. Juli 2016, 18.30
Cash and the Canon - After Artistic Production
Zeigen, Bewerten, Bewahren – Archivierungsstrategien als wissenschaftliche Aufgabe und als künstlerische Forschung
Michael Günzburger (Künstler), James Koch (Executive Director, Hauser&Wirth), Michael Schmid (SIK-ISEA, Leiter Schweizerisches Kunstarchiv), Prof. Dr. Franz Schultheis (School of Humanities and Social Sciences, HSG)
Moderation: Dr. Katharina Ammann (SIK-ISEA, Abteilungsleiterin Kunstgeschichte)

8. Juli 2016, 18.30
Cash and the Canon - Beyond Artistic Production
90 Jahre später – Bedeutung eines Werkverzeichnisses von Félix Vallotton heute
Lionel Baier (Responsable du département cinéma de l’ECAL, Lausanne), Mayté Garcia Julliard Mayté Garcia (assistante conservatrice, Pôle Beaux-Arts, Musée d’art et d’histoire de Genève)
Moderation: Dr. Sarah Burkhalter (SIK-ISEA, Leiterin Antenne romande)

How do money and value relate to each other in the art world? Over three evenings, artists, curators, art dealers, archivists and art historians discuss the relationship between production and value creation. The debate will cover aspects such as the work involved in documenting, archiving, evaluating and publishing, which cost a lot of money but do not directly generate profit.


Stützlibar

Die Stützlibar: Eigentlich ist sie wie jede andere Zürcher Szenebar, doch ein paar Prinzipien werden hier auf den Kopf gestellt. Wenn ein komplexer Algorithmus die Getränkepreise aus Angebot und Nachfrage errechnet, bleibe ich dann bei der publikumsgeliebten und inzwischen überteuerten Gin-Kreation oder probiere ich das Aussenseiterbier, das noch zum Anfangspreis von einem „Stützli“ zu haben ist? Wenn ich statt Eintritt zu zahlen ein „Stützli“ als Stundenlohn erhalte, trinke ich dann überhaupt etwas, oder lasse ich mir nach zwei Stunden mein ersessenes Guthaben auszahlen und kaufe mir davon mein Bier beim Späti? Wenn jeder Gast die Möglichkeit hat, um das gesamte angesammelte Lohnguthaben aller noch Anwesenden zu zocken, versuche ich dann das Geld für mich und meine Freunde zu gewinnen, oder fürchte ich mich vor der Missbilligung der übrigen Barbesucher und warte, bis vielleicht ein anderer meinen Lohn verspielt? Und auch wenn ich weder für ein Selbstexperiment, noch zur Studie in Spieltheorie und Behavioural Economics im Nachtleben und nicht einmal der Getränke wegen hierher komme – für Voyeurismus und Stützli vielleicht?

Stützlibar is actually just like any other trendy bar in Zurich but a few principles have been turned on their heads. When a complex algorithm calculates the prices of the drinks according to supply and demand, the guest faces a dilemma: for example, stick with the gin creation, which is obviously popular but as a result, has become too expensive or settle for a beer, which isn’t selling well but can still be had for a starting price of one „Stützli“? And even if you didn’t come here for an experiment on yourself or to study game theory and behavioural economics in the midst of the Zurich nightlife, perhaps not even for the drinks – maybe for a spot of voyeurism and Stützli (petty cash)?


surprise@manifesta

Im August erscheint ein Sonderheft des Strassenmagazins „Surprise“, in dem Verkaufende dieses Magazins über die Manifesta 11 schreiben. Der Künstler und Kulturwissenschaftler Jürgen Krusche begleitet einige Verkaufende zu ausgewählten Ausstellungen und Werken und steht ihnen anschliessend beim Verfassen von kurzen Texten und Kritiken redaktionell zur Seite. Die Laien-Kunstkritiker – selbst von Arbeitslosigkeit betroffen – schreiben über den Wert von Arbeit und Kunst in der heutigen Gesellschaft. Das Magazin kann ab dem 12. August an den gewohnten Verkaufsstellen wie auch an einigen neuen Orten in Zürich direkt bei den „Surprise“-Verkaufenden erworben werden.

In August, a special edition of the street newspaper „Surprise“ appears, in which those who sell the magazine address the topic of Manifesta 11. The lay art critics – affected by unemployment themselves – write about the value of work and art in contemporary society. The magazine can be purchased from 12 August 2016 at the usual points of sale, or, at several places in Zurich, directly from the magazine’s makers and sellers.


Theater Neumarkt

Talking Straight: Entertainment
„Talking Straight“ ist ein Performance-Kollektiv, das mit einer frei erfundenen Sprache spielt – der sogenannten „Fremdsprache“. In dieser Sprache werden Rituale und Formen des öffentlichen Lebens simuliert und ins Absurde getrieben. In Entertainment untersucht die Gruppe die Sachzwänge, denen ein erfolgsorientierter Einzelmensch heute ausgesetzt ist. „Port meuren Succes grundrodh, geul Visch ne gar’m Kurioirum seschtried.“ Oder sind wir alle längst Geschöpfe dieser Zwänge? Entertainment verbindet Regeln aus Computerspielen, die das ideale Durchschnittsleben simulieren, mit Personal-Tests im Assessment-Center: Eine strenge Nanny-Troika demonstriert dem Publikum den Weg zum gelungenen Leben, das sie selbst in Reinform zu verkörpern scheinen. Vorbild eines guten Kapitalismus und einer Insel der Glückseligen: Was die Schweiz gern in Europa sein würde, verkörpern Talking Straight als Coaching-Einheit für die moderne Persönlichkeit. Mithilfe von „Fremdsprache“ werden wir zu einzigartigen Performerinnen und Performern unseres Lebens und gehen auf Entdeckungsreise durch den Kosmos der Selbstoptimierung. Entertainment ist ein Lebenssimulationsspiel und aufregendes Lehrstück, das alle angeht. Velkom!

(Von und mit: Alicia Agustín, Daniel Cremer, Michael Ebbing, Houwaida Goulli, Lina Krüger, Antje Prust. Dramaturgie: Ludwig Haugk Eine Kooperation des Theater Neumarkt mit dem Maxim Gorki Theater Berlin).

Rainald Grebe: Dada Berlin
Ist die Kunst am Ende – und wenn ja, ab wann? Kann Rainald Grebe eine Fernsehshow machen, wenn er selbst gar keinen Fernseher hat? Was ist – was will – Dada Berlin? Ein Theaterabend, eine Fernsehshow oder ein verrückter, bürgerlicher Salon nur für gute Freunde? Den Aufstand dagegen proben? Auf alle Fälle eine wilde Collage zwischen Dada, Monty Python und LandLust, ein wilder Abend zwischen Spiessern, Neospiessern und Altavantgardisten, zwischen damals und heute. Ein gewagtes (buntes) Neben- und Miteinander von Literatur, Musik, Tanz, Bildender Kunst und Apfelsaft. Ein Gesamtkunstwerk und Antikunst.

(Regie: Rainald Grebe, Bühne: Janna Skroblin, Kostüme: Kassandra Beab, Janna Skroblin, Musik: Jens-Karsten Stoll, Video: Mareike Trillhaas, Dramaturgie: Jens Gross Mit: Cristin König, Wilhelm Eilers, Rainald Grebe, Holger Stockhaus, Jens-Karsten Stoll, Valeri Scherstjanoi, die Golden Neumarkt Girls Eine Produktion des Maxim Gorki Theater Berlin, neu aufgelegt für das Theater Neumarkt).

„Talking Straight“ is a performance collective that plays with a freely invented language – called the „foreign language”. They simulate rules and rituals of everyday life in this language to the point of absurdity. In „Entertainment” the group explores the obligations to which a success-oriented individual is subjected nowadays.
And what is „Dada Berlin” – or what does it want to be? A theatre evening, a television show or a crazy bourgeois salon for good friends? In any case, it is a wild collage of Dada, Monty Python and LandLust, a wild evening among the bourgeoisie, the neobourgeoisie and past avantgardists, between then and now.


THE MAKING OF SUCCESS

Selbstverwirklichung, Eigenverantwortung und wirtschaftlicher Erfolg konvergieren in der Figur des Start-Up-Gründers. „The Making of Success“ beschäftigt sich mit der Inversion der Vorbilder: Fünf Kinder im Primarschulalter werden nach ihren Zukunftsvisionen befragt. Aus diesem Material entsteht eine Videoarbeit, die durchgängig als Installation im Haus am See zu sehen ist. Je ein Kind pro Tag wird an den fünf Öffnungstagen mit einem Coach/Start-Up-Unternehmer an seinen Erfolgsstrategien arbeiten. Dies wird wiederum mit Video dokumentiert und es entstehen, als ein sich täglich erweiterndes Archiv, an den Veranstaltungstagen fünf Portraits, die die Verwandlung der Kinder zeigen.

Programm:

Mo 29.8.2016, 18.00-20.00
Warming up & Welcome, Keine Live-Performance

Di 30.8.2016, 18.00–22.00
Berardino (11 Jahre) und Richard Debrot (Management-Berater, Präsident European Business Club Switzerland)

Mi 31.8.2016, 18.00–22.00
Sylvester (10 Jahre) und Moritz Zumbühl (Unternehmer, Investor)

Do 1.9.2016, 18.00–22.00
Paula (11 Jahre) und Karin Müller (Kommunikationsberaterin, Karriereplanerin)

Fr 2.9.2016, 18.00–22.00
Jorin (10 Jahre) und Claude Keller (Coach, Consultant)

Sa 3.9.2016, 15.00–18.00
Carlotta (10 Jahre) und Daniela Thomas (Mindfuck-Trainerin, Talentcoach)
Sa 3.9.2016, 18.00–22.00
Elif (12 Jahre) und Daniela Thomas (Mindfuck-Trainerin, Talentcoach)

(Koproduktion mit dem Theater Spektakel Zürich)

Responsibility and business success converge in the character of a fictitious start-up founder. „The Making of Success“ addresses the inversion of role models: five primary school children are asked about their visions for the future. The footage is being used for a video artwork that will be on show as an installation in the pavilion of the Zürcher Theater Spektakel.


Universität Zürich

Transactions – Geld, Glück, Gesundheit und Gerechtigkeit
Eine Ausstellung zwischen Kunst und Wissenschaft

Unter dem Titel „Transactions“ verwandelt die Universität Zürich im Rahmen der Manifesta 11 ihr Hauptgebäude in einen Experimentalraum für künstlerische und wissenschaftliche Erkundungen. Ausgehend vom Manifesta 11 Thema „What People Do For Money“ werden die Beziehungen, Verschiebungen und Abhängigkeiten von Geld, Glück, Gesundheit und Gerechtigkeit im Kontext der Arbeit verhandelt.

Der Titel „Transactions“ ist von einer der ältesten noch erscheinenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften inspiriert: der 1665 gegründeten Philosophical Transactions. Bis heute vereint die Zeitschrift alle wissenschaftlichen Fachrichtungen in sich. Im Geiste dieser philosophischen Transaktionen haben wir vielfältige künstlerische Positionen und Forschende aus allen Fakultäten zu einem multidisziplinären Austausch eingeladen.

Rund 30 Installationen im Hauptgebäude der Universität Zürich zeigen zeitgenössische künstlerische Positionen und aktuelle Forschungsprojekte der UZH. Einige der künstlerischen Arbeiten wurden eigens für die Ausstellung konzipiert oder weiterentwickelt und auch die Forschenden arbeiten bei der Umsetzung mit Kunstschaffenden zusammen. Dadurch ist ein intensiver und spannender Austausch entstanden. Die Projekte decken einen breiten Fächer an Disziplinen von den Wirtschaftswissenschaften bis zur Veterinärmedizin ab, drehen sich aber alle um das Thema „Arbeit“.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler sind:
Haseeb Ahmed, AntiNode, Baltensperger & Siepert, Prisca Baumann, Studio CAMP, Marianne Flotron, Michela Flück, Colin Guillemet, Fritz Hauser, Richard Ibghy & Marilou Lemmens, Isabelle Krieg, Niklas Nitschke & Vadim Zakharov, Pause ohne Ende, Studio Prekär, Julika Rudelius, Michelle Schuhmacher, Rosalie Schweiker & Jo Waterhouse, Valentina Stieger, Till Velten, Julia Weber und Regula Zuber.

Beteiligte Forschende der Universität Zürich sind Georg Bauer/ Rebecca Brauchli/ Gregor James Jenny, Sascha Behnk/Per Schmid/ Alexander Wagner, Brigitta Bernet, Mareille Flitsch/ Anette Mertens/ Christof Thurnherr, Christopher Hill/ Zoltan Nagy/ Christian Ruff, Stephan Hochleithner, Alice Kern, Team Krebs/ Verhoeven, Elena Louisa Lange, Anja Lehman, Stefan Leins, Nicola Müller, Lea Pfäffli, Tony Reyhanloo/ Philippe Saner, Luc Smolders, Marianthe Stavridou/ Sumon Vangchuay.

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm mit Performances, Konzerten, Kinderprogramm, Gesprächen zwischen Künstlern und Forschenden.
Als zentraler Treffpunkt dient die Terrasse vor dem Hauptgebäude UZH an der Künstlergasse 12. Eine Bühne und ein Gastro-Angebot laden zum Verweilen ein. Zudem ist die UZH an der Künstlergasse 12 Gastgeberin weiterer Parallel Events der Manifesta 11.

(Ein Projekt der Universität Zürich im Rahmen von Manifesta 11, ermöglicht durch die Stiftung Mercator Schweiz und realisiert durch den Graduate Campus der Universität Zürich.
Kuratiert von Michael Hiltbrunner und Katharina Weikl)

In line with the theme of Manifesta 11, „What People Do for Money“, „Transactions“ addresses the relationships, displacements and interdependencies of wealth, good fortune, health and justice in the context of work. Some 30 installations in the main building of the University of Zurich reflect contemporary artistic positions and current research projects run by the university. The exhibition is accompanied by an extensive schedule of events with performances, concerts, a children’s programme and discussions between artists and researchers.


Übersetzerhaus Looren

Ohne Literaturübersetzer gäbe es keine Weltliteratur. Aber wie und wo schlagen diese Literaturvermittler ihre Brücken zwischen Texten und Kulturen, zwischen Autorinnen und Lesern? Das Übersetzerhaus Looren zeigt im Rahmen der Parallel Events der Manifesta 11 in der Villa Grunholzer in Uster eine multimediale Ausstellung, die Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen professioneller Übersetzer und Übersetzerinnen aus der Schweiz und der Ukraine dokumentiert.
Fotos, Texte und Tonbeispiele werfen Licht auf die zwischen Handwerk und Kunst angesiedelte Arbeit der versierten Sprachjongleure, die oft kaum wahrgenommen und doch unverzichtbar ist. Besucher erhalten Gelegenheit, sich selber an einer Literaturübersetzung zu versuchen und können anlässlich der Vernissage „Gläsernen Übersetzern“ bei der Arbeit über die Schulter schauen.

23. Juni 2016: Live-Übersetzungs-Session mit Irma Wehrli-Rudin an der Universität Zürich. Einblick in die Übertragung von Thomas Wolfes Kurzprosa aus dem Amerikanischen Englischen ins Deutsche. Welche Freuden eröffnen sich bei der Arbeit zwischen den Sprachen? Welche Tücken harren in Wolfes Prosa? Und wann ist eine Übersetzung gelungen?

Where and how do translators build their bridges between texts and cultures, between writers and readers?
The Looren translation bureau is putting on a multi-media exhibition in Villa Grunholzer in Uster, documenting the workplaces and working conditions of professional translators from Switzerland and Ukraine. The programme also includes a live translation session at the University of Zurich.


Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Auf den Strassen Afrikanischer Metropolen findet man sie zu Zigtausenden: Strassenhändler. In der tansanischen Millionenstadt Dar es Salaam leben viele von ihnen vom Verkauf alter Kleidung und Schuhe, die oft aus den Altkleidersammlungen Europas stammen. Ihre Arbeit ist alles andere als einfach. Sie brauchen spezielle Fähigkeiten und genaue Kenntnisse der Stadt und ihrer Bewohner – sonst könnten sie nicht lange überleben. Die Ausstellung gibt ethnographische Einblicke in das Leben und die Arbeit einer Gruppe von Strassenhändlern, die in der ostafrikanischen Millionenmetropole Dar es Salaam vom Verkauf gebrauchter Frauenschuhe leben. Durch ihren analytischen Umgang mit unseren alten Schuhen und ihren praktischen Umgang mit dem sozialen Leben in den Strassen werden die Strassenhändler zu Experten der Stadt: Durch ihre genaue Beobachtungsgabe und ihr spezialisiertes Verständnis der Zusammenhänge von Orten, Zeiten und sozialen Dynamiken schaffen sie es, zunächst zufällige Begegnungen in den Strassen in Marktchancen zu verwandeln.

„Von alten Schuhen leben“ präsentiert Ergebnisse einer 15-moantigen Feldforschung die vom tansanischen Fotografen Link Reuben in Bildern und Videos dokumentiert wurde. Das computerbasierte „Serious Game Sole City“, produziert von der österreichischen Künstlergruppe gold extra, lädt zudem Besucherinnen und Besuchern ein, selbst in die Rolle eines Strassenhändlers zu schlüpfen und so die Herausforderungen ihres Berufsalltags zu erleben.

The exhibition offers ethnographic insights into the life and work of a group of street hawkers who eke a living selling used women’s shoes in the East African metropolis of Dar es Salaam. It presents the results of a 15-month field research project, documented by the Tanzanian photographer Link Reuben. The computer-based Serious Game Sole City also invites visitors to try out the role of street hawkers themselves and experience the challenges of their daily working life.


Werker Magazine im Fotomuseum Winterthur

Publikation und (Audio-)Installation Fotomuseum Winterthur im Rahmen von SITUATIONS/Proletariate

Im Zentrum von Werker stehen die Figur des jungen Arbeiters und dessen Darstellungspraktiken und (Selbst-)Inszenierungsformen während der Arbeiterbewegungen der 1920er Jahre. Für ihre historisch argumentierende Bild/Text-Narration haben Marc Roig Blesa und Rogier Delfos über Jahre Secondhand-Buchläden und Antiquariate rund um den Globus nach meist anonymen Arbeiterfotografien und Manifesten durchstöbert. Wie lässt sich über historische Repräsentationsformen der jungen Arbeiterfigur eine zeitgenössische Reflexion von Arbeit erzielen, wir wirken sich frühere, oft auch radikale Praktiken, Gesten, Affekte und Vorstellungen heute noch aus? In einer Publikation und einer performativen (Audio-)Installation im Fotomuseum Winterthur artikulieren Blesa und Delfos über die (Selbst-)Darstellung der jungen Arbeiterfigur eine bildstarke Geschichte von Arbeit – und laden uns dazu ein, selbst ein Teil dieser Geschichte zu werden.

(Eine Zusammenarbeit mit dem Krakow Photomonth Festival).

„Werker“ centres on the figure of the young worker and his practices of self-portrayal and (self-)staging at the time of the workers’ movement in the 1920s. In a publication and a performative (audio-)installation at Fotomuseum Winterthur, Marc Roig Blesa and Rogier Delfos articulate a graphic story of work through their portrayal of the young worker – and invite us to become part of this story.


Wir fordern! Eine Recherche zum „Manifest ausländischer Frauen“ von 1975

Im Februar 1975 verfassten 180 Migrantinnen verschiedener Nationalitäten in Zürich das „Manifest ausländischer Frauen und Frauen ausländischer Männer“. Sie forderten darin progressive politische und soziale Rechte und kämpften öffentlich sichtbar für ihre Anerkennung in der Schweizer Gesellschaft. Dieses Manifest wurde im Anschluss kurz und heftig in verschiedenen Schweizer Medien diskutiert und vor allem diffamiert. Viele der Forderungen sind jedoch bis heute aktuell geblieben. Dieses Engagement um politische und gesellschaftliche Rechte von in die Schweiz migrierte Frauen stellt einen wichtigen aber wenig bekannten Teil der Schweizer Geschichte dar und es erscheint drängend, diese Ereignisse vierzig Jahre später zurück in die Öffentlichkeit zu bringen. Um die Bestrebungen dieser Frauen sichtbar zu machen, sprechen damals am Manifest beteiligte Frauen in Interviews mit den Künstlerinnen über ihre politische Arbeit.

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag: 14 – 18 Uhr / Samstag: 12 – 16 Uhr

(In Zusammenarbeit mit Rosanna Ambrosi, Marianne de Mestral, Giovanna Meyer Sabino, Lucina Parazzini, Mercedes Soto, Marianne Sigg, Rosita Fibbi
Unterstützt durch Stiftung BMU (Stiftung für Bevölkerung, Migration und Umwelt)

In February 1975, 180 migrants of various nationalities in Zurich compiled the «Manifesto of foreign women and foreign men». In the manifesto, they called for progressive, political and social rights and fought in public view for their recognition in Swiss society. Many of the demands remain topical to this day and it is therefore urgently needed that, 40 years later, these events be made public again. To highlight the efforts of these women, people involved in the manifesto at the time talk to the artists about their political work in a series of interviews.


Zurich Actual Spaces

Dem romantisierten Typus der postindustriellen Brache in Zürich stellen wir die kurzen Zwischenmomente des städtischen Hochbetriebs gegenüber. Wir verorten Zürichs „Actual Spaces” auf der Büroetage im Primetower zwischen Feierabend und Putzkolonne, hinter den nächtlichen Schaufenstern der Bahnhofstrasse oder am hellichten Tag in den Klubräumen der Stadt, also während der „low peaks“ der jeweiligen Wertschöpfungszyklen. Mit kurzen, performativen Umprogrammierungen eignen wir uns solche Räumlichkeiten an. Exkursionen sollen Zürichs „Actual Spaces” aus der Unsichtbarkeit der alltäglichen (Dauer-) Nutzung heraus ins Bewusstsein dringen.

The Actual Space Group challenges the romanticized version of the post-industrial wasteland with the ephemeral moments of metropolitan life. They pinpoint Zurich’s Actual Spaces on the office floor in the Primetower between knocking off time and the arrival of the cleaning squad, behind the shop windows of Bahnhofstrasse at night or the city’s club spaces in broad daylight – in other words, during the «low peaks» of the respective value creation cycles.


Zurich Art Space Guide

Der Zurich Art Space Guide ist eine kostenlose Broschüre aller aktuellen unabhängigen Kunsträume und Artist-Run Spaces in Zürich. Der Guide macht die lebendige Kunstszene mit ihren Off-Projekten der Stadt sichtbar und zugänglich. Er richtet sich an lokale Kunstfreunde und kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher der Stadt und ermöglicht die versteckten Orte der lebendigen Kunstszene zu entdecken. Der Zurich Art Space Guide zeigt auf einer Karte die Standorte der Kunsträume sowie die Kontaktdaten aller aktiven Projekte auf. Der Folder liegt in vielen Zürcher Lokalen der Kunst- und Kulturszene auf und ist über www.artspaceguide.ch abrufbar. Der verlinkte Blog informiert über die aktuellsten Veranstaltungen und Ausstellungen.

(Publikation: Anne-Laure Franchette und Andreas Marti)

Zurich Art Space Guide, published by Anne-Laure Franchette and Andreas Marti, is a free brochure of all independent art spaces and artist-run spaces in Zurich. The guide highlights and outlines the lively art scene and its alternative projects and features a map of all venues and contact details. It is available in all shops in Zurich’s arts and culture institutions or can be downloaded online at www.artspaceguide.ch. The blog linked to it offers details of the latest events and exhibitions.





Was Zürich für die Kunst tut
What Zurich does for art

Die Manifesta bietet den Austragungsorten die Chance, das vielfältige lokale Kulturleben in einem internationalen Kontext zu präsentieren. Als wesentlicher Bestandteil dieses Schaufensters haben sich an jeder Manifesta-Ausgabe die Parallel Events etabliert. Sie umfassen Projekte aus der bildenden Kunst, aber auch aus den Bereichen Performance, Video, Fotografie, Tanz, Theater, Musik und Design.
Die Ausschreibung für das Programm der Manifesta 11 Zürich Parallel Events hat grosses Echo ausgelöst. Eine Jury hat aus insgesamt 340 Eingaben achtunddreissig Projekte ausgewählt, von denen siebzehn finanziell unterstützt und weitere einundzwanzig empfohlen werden.
Die ausgewählten Beiträge greifen auf unterschiedliche Weise den diesjährigen Titel der Manifesta 11 – „What People Do For Money” (11.6.–18.9.2016) – auf. Aus Kunming, Zürichs chinesischer Partnerstadt, wird ein Container mit einem funktionstüchtigen Bio-Restaurant eingeschifft, das als Standort für diverse Kunstperformances dient. Das Kunsthaus Zürich zeigt im Zusammenhang mit dem hundertjährigen Jubiläum von Dada eine Retrospektive über Francis Picabia, die anschliessend ans Museum of Modern Art in New York weiterreist. Neben Beiträgen mit internationalen Bezügen liegt der Fokus bewusst auch auf dem lokalen Kunstschaffen: So wird ein stadtbekanntes Fotogeschäft in eine Wunderkammer des analogen Bildes verwandelt, und in einer unscheinbaren Quartierkneipe richten Kunstschaffende eine sogenannte Stützlibar ein, wo Algorithmen, Spieltheorie und ökonomisches Gleichgewicht die Preise diktieren.
Neben Zürich wird Winterthur als zweiter kultureller Hotspot einen prominenten Auftritt im Rahmen der Parallel Events erhalten. Unter anderem empfiehlt die Manifesta 11 Ausstellungen im Fotomuseum, im Kunstmuseum, in der Kunsthalle, im Gewerbemuseum oder in der Coalmine.

Manifesta offers its host cities an opportunity to present the diversity of their home-grown cultural scene in an international context. Each edition of the biennial has enjoyed a significant programme of Parallel Events, comprising visual art projects that span performance, video, photography and design, besides dance, theatre and music events.
The call for proposals for the Manifesta 11 Zurich Parallel Events programme generated a huge response. A jury selected thirtyeight projects from a total of 340 submissions. Seventeen of the chosen projects have received financial support from Manifesta, with the remainder being recommended.
The selected contributions take up the theme What People Do for Money: Some Joint Ventures. From Kunming, Zurich’s partner city in China, a container with a fully functioning organic restaurant is being shipped to Zurich and will serve as a location for art performances. To mark the centenary of Dada, Kunsthaus Zurich is holding a Francis Picabia retrospective, which subsequently tours to the Museum of Modern Art, New York. And on a local level, a wellknown camera shop is being transformed into a cabinet of curiosities from the world of analogue photography, and artists are installing a Stützlibar in an unassuming neighbourhood pub, where algorithms, gaming theory and economic equilibrium will dictate the price of refreshments.
Alongside Zurich, Winterthur — another cultural hotspot — is hosting numerous Parallel Events during the biennial. Among other things, Manifesta 11 recommends exhibitions at the Fotomuseum, the Kunstmuseum, the Kunsthalle, the Gewerbemuseum and Coalmine.